Barnes&Noble Nook eReader-Test

LOOK – IT’s A NOOK

Puh, die Zeit vergeht mal wieder wie im Flug. 2 Wochen lang hab ich meine neues Spielzeug nun schon auf Herz und Nieren getestet. Aber lasst mich von vorne anfangen und erklären, wie ich überhaupt zum Nook gekommen bin…
Das ich ein Spielkind bin, dürfte für die meisten von euch ja nix neues sein… Dementsprechend verrückt bin ich im Bezug auf neue Technologien und Gerätschaften, in letzter Zeit eReader. Schon vor der Vorstellung des 3. Amazon Kindles hat es mich stark in den Finger gejuckt, nach der Ankündigung war der Wunsch natürlich noch größer.
Auch die ganzen Konkurrenzprodukte hatte ich mir schon angesehen, letztendlich lief es jedoch auf 2 Geräte hinaus, die es in die engere Auswahl geschafft hatten. Der Amazon Kindle und der Barnes&Noble Nook.
Nach etwas hin und her hab ich mir dann Anfang August den Nook über einen TradeForwarder (USunlocked.com) bestellt, da das Gerät offiziel nur in den USA vertrieben wird. Der gesamte Ablauf funktionierte reibungslos und ohne Probleme, ich hab das Gerät mit der Einkaufsgebühr und dem Umpacken, den Einfuhrzoll sowie die Versandgebühren per PayPal gezahlt und knappe 10 Tage später bekam ich das Gerät geliefert. Letztendlich hab ich für das Gerät ca 220 Euro gezahlt. Das ist natürlich etwas mehr als für den Kindle, allerdings bietet der Nook auch mehr Funktionen und vergleichbare Produkte wie Sonys eReader kosten in etwa das selbe, haben aber kein WLAN.
Warum ich mich für den Nook entschieden habe? Er hat ein paar Funktionen, die man bei anderen Geräten in diesem Preissegment bzw in Deutschland vergeblich sucht.
  • Touchscreen & Android-Betriebssystem
  • ePub-Format mit DRM-Unterstützung (defacto-Standart bei deutschen Buchhändlern, auch bei Bibliotheken im Einsatz; dadurch kein geschlossenes System wie bei Amazon)
  • WLAN & Webbrowser
  • MicroSD-Kartenslot (Unterstützung bis 16GB-Karten)
  • selbst austauschbarer Akku
Zwar gibt es auch andere Geräte mit WLAN, diese kosten dann allerdings leicht über 300 Euro und haben keinen Touchscreen oder nur ein eInk-Display mit Stiftbedienung. Die wird allerdings durch eine zusätzliche Lage auf dem Display erkauft, was wiederum zu Unschärfe oder Spiegelungen führen kann.

Zum Gerät selbst.

Die Größe ist etwa mit einem Taschenbuch vergleichbar (12,5cm X 19,5cm X 1,0cm), der Gehäuserahmen besteht aus Plastik, die Rückseite ist abnehm-, wechselbar und mit Gummi überzogen. Dadurch lässt sich der Nook gut halten und rutscht nicht leicht weg. Darunter befindet sich der austauschbare Akku sowie ein MicroSD-Kartenslot. Je nach Model befindet sich auch noch ein SIM-Kartensteckplatz. Das Gewicht hält sich mit 328 Gramm in Grenzen und lässt sich halbwegs gut auch längere Zeit halten. Auf beiden Seiten befinden sich Tasten zum Umblättern der Seiten, die sich leicht mit dem Daumen drücken lassen. Dabei geben sie keine Geräusche von sich, man kann also auch im Bett lesen, ohne den Partner durch lautes Klacken und Klimpern aufzuwecken.
Auf der Vorderseite befindet sich das eInk-Display mit 6 Zoll sowie ein 3,5 Zoll Touchscreen (8,6cm X 2,6cm) darunter, über den die komplette Bedienung möglich ist. Auf der Oberseite des Gerätes befindet sich die Standby-Taste, auf der Unterseite ein Micro-USB-Anschluss, eine 3,5mm Kopfhörerbuchse sowie 2 Mono-Lautsprecher.
Mitgeliefert wir neben dem Gerät selbst ein Ladegerät mit USB-Anschluss, das passende USB-Kabel und eine Kurzanleitung. Die komplette Bedieungsanleitung findet sich als PDF im Internet sowie vorinstalliert auf dem Nook. Alles in allem erinnerte mich das Auspacken sehr an ein Produkt von Apple. Es wurde sehr viel Wert auf die Verpackung gelegt, nach dem Öffnen der Schachtel sieht man erstmal nur den Nook, unter einer kleinen Klappe und mit den selben Plastikbändern gesichert, befindet sich das Zubehör.
Nach dem ersten Einschalten des Gerätes wird man mit einem gelungenem Tutorial an die richtige Bedienung des Gerätes herangeführt und die Ersteinrichtung durchgeführt. Beispielsweiße wird erklärt, wie man eine WLAN-Verbindung herstellt, sein B&N-Konto verknüpft, Bücher herunterläd, verwaltet und liest. Auch der Zugriff auf das Wörterbuch, die Spiele, der MP3-Player und der Web-Browser werden erklärt.
Das eInk-Display ist gestochen scharf und hat einen guten Kontrast. Über den Touchscreen lässt sich das Gerät gut bedienen. Die Menüführung ist durchdacht und logisch aufgebaut. Über die Home-Taste gelangt man von überall zurück in’s Hauptmenü. Der Touchscreen schaltet sich nach einer einstellbaren Zeit automatisch aus, um nicht beim Lesen zu stören. Dann kann mit einem Fingerwisch zusätzlich die Seiten umblättern.
Zur berühmt-berüchtigten Refreshrate des eInk-Displays, also der Zeit, die benötigt wird um die Anzeige des eInk-Displays zu ändern: TOTAL ÜBERBEWERTET. Oft wird mit bestimmten Zeiten geworben (ähnlich wie in der Anfangszeit der TFT-Displays) aber letztendlich stört es mich persönlich kein bisschen, das der Bildschirm kurz schwarz wird und sich dann neu aufbaut. Es geht wirklich schnell, bei einem Buch benötigt das Umblättern schließlich auch etwas Zeit und es misst keiner die Millisekunden.
Die Akkulaufzeit hängt wie bei allen Geräten natürlich von den Einstellung ab, wird generell aber mit ca 7000 Seitenwechseln angegeben. Gezählt hab ich es nicht, aber bei intensiver Benutzung sowohl mit WLAN als auch MP3-Player und Sudoku hält der Akku bei mir 3-5 Tage, wenn man nur ließt sicherlich auch länger. Zusammengerechnet hab ich ca 15 bis 20 Stunden am Stück gelesen, bevor er wieder an die Steckdose wollte. Und nach 2-3 Stunden ist der Akku eh komplett voll.

Zur Software

Wie oben schon erwähnt, erfolgt die Bedienung größtenteils über den Touchscreen. Die Menüs sind logisch aufgebaut und selbsterklärend. Allerding reagiert das Menü manchmal etwas langsam auf Bewegungen z.B. beim Scrollen durch Listen. Das sollte sich jedoch durch kommende Softwareupdates beheben lassen.
Die Hauptbereich gliedern sich wie folgen und sind eigentlich selbsterklärend:
  • the daily: B&N-Blogs sowie abbonnierte Zeitungen und Magazine
  • my library
  • shop: der B&N-Shop
  • reading now: springt direkt ins letzte geöffnete Buch
  • games: Sudoku und Schach?!
  • wi-fi
  • audio: MP3-Player mit grundlegenden Funktionen
  • web: der momentan noch als Beta-Feature gekenzeichnete Browser
  • settings
Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Bedienung. Wärend dem lesen lassen sich Wörter nachschlagen, Lesezeichen & Notizen hinzufügen und Musik hören. Die Spiele sorgen für Abwechslung und der Webbrowser reicht leicht, um schnell mal etwas bei Wikipedia oder Google nachzulesen. Auch speziel auf den Nook angepasste Seiten gibt es schon, z.B. einen Feed-Reader mit GoogleReader-Unterstützung.
Bei den Texten selbst kann man aus 3 Schriften sowie in PDFs enthaltene Schriftarten wählen, die Schriftgröße lässt sich in 7 Stufen einstellen. Auch Zeichnungen und Bilder werden mit 16 Graustufen dargestellt.

Zum Content

Im Bezug auf Dokumente unterstützt der Nook sowohl ePub-Files mit und ohne DRM, PDBs und PDFs. Dadurch kann man in den meisten Onlineshops ohne Probleme Bücher kaufen. Runtergeladen werden diese dann mit Adobe Digital Editions, das sich auch um die Verwaltung und den Transfer auf den Nook kümmert. (Adobe Air – nicht das gelbe von Ei, aber es klappte immerhin schon beim ersten Anlauf :-) Natürlich kann man PDFs auch direkt via dem Finder oder dem Windows Explorer auf das Gerät kopieren.
Bei Musikdateien ist der Nook schon etwas wählerischer, hier unterstützt er “nur” MP3s und OGG-Files. Dafür unterstützt er für die Bildschirmschoner und die Hintergrundbilder etwas mehr Formate (JPG, JPEG, GIF, PNG, BMP).
Bücher gekauft hab ich bisher bei Barnes&Noble (über den Umweg Computer + VPN; IP-Lokalisierung + US-Rechnungsadresse nötig), bei Thalia.de, ciando.com, weltbild.de und waterstones.com (für englische Bücher). Bis auf B&N erfolgt der Download und Transfer immer über den Computer; bei B&N können die Produkte auch direkt auf dem Gerät runtergeladen (aber wie schon erwähnt nicht gekauft werden).
Bei Barnes&Noble lassen sich auch Zeitungen und Magazine abonnieren, die dann automatisch über das WLAN auf den Nook übertragen werden. So kostet zum Beispiel ein Monatsabo der “New York Times” $20, der “International Herald Tribune” $10 und “All Things Digital” $2. Außerdem ist bei jedem Abo ein 14-tägiger Test möglich.
Noch ein Wort zu den Buchpreisen, in Deutschland unterliegen auch eBooks der Buchpreisbindung und kosten dementsprechend etwa gleichviel wie gedruckte Bücher. Aber gerade wenn man viele englische Bücher liest, lässt sich leicht Geld sparen. Auch die Wartezeiten auf Lieferung und Lieferprobleme fallen weg.

Fazit

Ich bin nach wie vor hellauf begeistert vom Nook und dem Konzept der eReader allgemein. Natürlich ist es etwas anderes, ein Buch in der Hand zu halten, aber um schnell und einfach zu lesen ist es unschlagbar. Auch viele Nachschlagewerke z.B. für Schule und Studium passen einfach in die Tasche. Das eInk-Display ist Klasse und kann leicht mit gedruckten Büchern mithalten, die Bedienung über den Touchscreen funktioniert ohne große Probleme auch wenn er manchmal etwas träge reagiert.

Die verschiedenen Formate und die ePub-DRM-Unterstützung sorgen für eine große Auswahl an Shops, ermöglichen das Ausleihen aus einer Stadtbücherei und stören auch bei einem Gerätewechsel nicht.

Ich würd mir den Nook sofort wieder bestellen und lese seit ich ihn habe auch endlich wieder mehr. Zwar werd ich mir mit Sicherheit auch weiterhin gedruckte Bücher kaufen, aber gerade englische Bücher oder Taschenbücher landen auf dem Nook.

So, lange genug hab ich an diesem Post geschrieben und jetzt soll er endlich online gehen. Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, einfach immer rein in die Kommentare, ich freu mich drüber :-)

14 Comments

  1. schöner Artikel… ich habe ebenfalls das nook und bin begeistert. meiner Meinung nach immer noch der beste Ereader.

  2. Ebenfalls danke für deinen tollen Artikel, auch wenn ich mich nach wie vor nicht für die e-Ink-Teile erwärmen kann … Wenn die Entwicklung aber in dem jetzigen Tempo weitergeht, werden die Geräte aber spätestens in zwei Jahren dort sein, wo und wie ich sie gern hätte :)

  3. Vielen lieben Dank ihr zwei :-) Freut mich sehr, wenn euch der Artikel gefällt :D

    @Thomas Ja, ich finde auch, dass er einer der besten eReader ist. Hab mir heute wieder die anderen Geräte beim Hugendubl angeschaut… nichts außer billigem Plastik :D

    @Ascari na ja, eine Umstellung war es schon :D und das eine oder andere stört mich auch noch, aber mit ein bisschen Zeit dürfte sich das auch geben. Was fehlt dir den momentan an den eReadern?

  4. Was ich voriges Jahr auf der Buchmesse gesehen hab, war langsam, umständlich zu bedienen und sehr, sehr pixelig beim Display … Zumindest wenn man ein iPhone gewöhnt ist, empfindet man den Touchscreen und das Blinken, bis eine Seite neu aufgebaut ist, eher als Rückschritt :D .

  5. lach das dürfte dann wohl die Gerätegeneration sein, die momentan bei all den “großen” Buchketten ausliegt und versucht wird, sie zu verkaufen, oder? :D Aber da liegt gerade zum iPhone noch ein weiter Weg vor uns… ^^ Wenn’s sowas wie den Nook vom Konzept her nicht gegeben hätte, hätte ich auch auf jeden Fall gewartet :-)

  6. Sehr schöner Bericht, bin hier durch Zufall gelandet. Habe den Nook seit 2 Tagen, direkt aus Amerika so dass er mich nur die Hälfte gekostet hat.

    Leider hab ich eine 1.4.1 Version erwischt die man noch nicht rooten kann.

    Naja abwarten und solange das Lesen geniessen :)

    • Vielen Dank :-) Dann mal herzlichen Glückwunsch zum neuen Nook :) Ich muss gestehen, mit den Rooting-Sachen hab ich mich noch gar nicht richtig beschäftigt :D Aber ich glaub, ich werd mir das später mal genauer anschauen… :-)

  7. Cerstin

    Hi Josh, seit 1 Woche stolze Besitzerin eines Nook(i). Tolles Geräte. Findes es nur sehr, sehr schade, dass man bei B&N nicht direkt einkaufen kann. Immer dieser Umweg über den PC! Eins habe ich noch nicht kapiert. Wie komme ich mit meinem Nook ins Internet? Kannst du mir da einen Tipp geben? Großes Danke schön im Voraus. Gruß Cerstin

  8. Hi Cerstin, also erstmal herzlichen Glückwunsch zum neuen Nook :-) Ja, das mit dem Einkaufen nervt etwas… aber man gewöhnt sich dran :D Ich kauf eh immer gleich mehrere Bücher auf einmal, dann muss ich nicht so oft synchronisieren ^^

    Zum Internet, schau bitte zuerst, welche Firmware du auf deinem Nook hast. Es sollte auf jeden Fall im Hauptmenü der Button für den WebBrowser auftauchen. Um den benutzen zu können brauchst du allerdings zuerst eine WLAN-Verbindung. Die stellst du über den Menüpunkt WLAN her. Danach sollte es mit dem Internet klappen :-) Sollte es nicht klappen oder du noch Fragen hast, immer gerne in die Kommentare damit :) Ich freu mich immer, wenn ich helfen kann :)

    Liebe Grüße und viel Spaß, Josh

  9. Holger

    Ich habe mir den ColorNook besorgt – sehr elegantes Teil. Allerdings komme ich beim Setup gar nicht auf einen WLAN oder auf irgendein Menü. Irgendwelche Ideen?

    • Hallo Holger und erstmal herzlich Willkommen auf meinen kleinen Blog :D Und natürlich auch Glückwunsch zum neuen NOOKcolor :) Spontan kann ich eigentlich nur raten bzw aus meinen Erfahrungen mit dem “normalen” Nook schließen… Kommst du bis zum Einführungsvideo bzw kannst du deine Zeitzone auswählen? Ist der Flugzeugmodus an? Ist die SSID deines WLANs versteckt? Hast du ein WLAN-Netzwerk nach dem 802.11a-Standart? Bist du schon bis zur Registrierung mit deinem Barnes&Noble-Account gekommen? Ich hab mal gelesen, beim “normalen” Nook funktionierte die Registrierung eine Zeit lang nur, wenn man eine amerikanische IP-Adresse hatte (also z.B. über den Computer eine VPN-Verbindung aufbauen und ein AdHoc-WLAN-Netz für den Nook einrichten…) Bei mir war das für die Registrierung zwar nicht mehr der Fall, zum Einkaufen von eBooks bei BN.com brauche ich allerdings nach wie vor eine US-IP-Adresse… Mit mehr Fragen will ich dich jetzt erstmal gar nicht bombardieren, vielleicht klappt’s ja jetzt ^^ Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen und wenn nicht, meld dich doch einfach nochmal bei mir, dann können wir weiter probieren :)

  10. Holger

    Herlichen Dank, Josh. Das EInführungsvideo ist gelaufen, die Auswahl der Zeitzone ebenfalls. Danach kam der Setup, den ich nicht verlassen kann. Ich bin noch ein paar Tage in Mexiko und melde mich, wenn ich zurück in Deutschland bin. Beste Grüße Holger

    • Gerne :-) wow, dann erstmal viel Spaß in Mexico :D Fliegst du zufällig mit Zwischenlandung in den USA nach Deutschland? Dann probier’s mal in nem Flughafen-WLAN, vielleicht hilft das was zwecks der Lokalisierung innerhalb der USA :D

  11. Holger Ehling

    Die Buchmesse in Guadalajara ist jedes Jahr ein Pflichttermin – aber auch keine wirkliche Ungemach, wie Du Dir denken kannst :-) Rückflug geht diesmal leider nicht über die USA, daran hatte ich auch schon gedacht. Ich finde es merkwürdig, dass der Nook sich auch beim Anschluss an den Laptop nicht als Gerät anzeigen lässt (obwohl der Laptop meldet, dass er ein neues Device gefunden und installiert hat). Mal schauen, am Freitag bin ich in Deutschland mit dem Computerzauberer des Vertrauens verabredet. Einstweilen beste GRüße und nochmals vielen Dank für die Mühe. Holger

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