Ein neues Familien-Mitglied…
Wie ihr vielleicht schon wisst, spiele ich schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken, mir ein neues Notebook zu kaufen… Da mein 4 Jahre altes Windows-Laptop mittlerweile so gut wie ganz den Geist aufgegeben hat, war ich eigentlich soweit, das ich mir ein’s der neuen MacBook Pros kaufe. Da ich mich allerdings auch nach ein paar Wochen Überlegen noch nicht für ein’s entscheiden konnte, hab ich die Idee erstmal wieder verworfen. Warum einen ganzen Haufen Geld für ein Gerät ausgeben, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es 100% das richtige ist?! Versteht mich nicht falsch, ich finde die MacBook (Pro)s genial… Aber auf der einen Seite hätte ich gerne einen Desktop-Ersatz mit Express-Card-Slot – auf der anderen Seite sollte es auch in den Schulrucksack passen und nicht ein ganzes Vermögen kosten, um es auch immer dabei haben zu können.
Langsam aber sicher reifte der Gedanke, das ich mir die ganzen Netbooks mal genauer anschauen werde. Schließlich lässt sich auf vielen ganz brauchbar Mac OS installieren, und wenn das nicht klappt, gibt’s immernoch JoliCloud oder Windows (hab ich das grad wirklich geschrieben?! scheinbar… na ja, anyways) Gesagt, getan… Meinen Eltern hatte ich auch schon erzählt, das ich das mit dem Notebook wohl erstmal bleiben lasse und mir die Netbooks genauer anschaue…
In die engere Auswahl kam nach verschiedenen Vergleichen und dem lesen in verschiedenen Foren das HP Mini 1000, der EEE-PC 1000H und das Dell Mini 10v. Da das HP scheinbar nicht in der notwendigen Konfiguration verfügbar ist und der EEE-PC mir vom Aussehen her nicht gefällt, hab ich mir das Dell mal zusammengestellt. Und wie es der Zufall so will, leere ich gestern den Briefkasten aus und blättere die Prospekte der verschiedenen Supermärkte durch, da springt mich das Lidl-Prospekt ohne Vorwarnung an.
Dort gibt es nämlich seit gestern ein Dell Mini 10v in genau der Konfiguration, die ich mir auch auf der Homepage zusammengestellt hätte. Und zusätzlich um knappe 100 Euro billiger. Damit hatte sich die Frage eigentlich schon erledigt.
Auspacken:
Wieder zu Hause, bewaffnet mit Fotoapparat, Cutter-Messer und großer Neugier ging es an’s auspacken des guten Stückes. Die Verpackung selbst macht einen guten Eindruck für einen PC, direkt nach dem öffnen des Kartons muss man nochmal’s Pappe entfernen um an das Netbook zu kommen. Unter der “Schale” befindet sich dann das Netzteil, die Wiederherstellungs- und Treiber-DVDs sowie die Bedienungsanleitung. (Auch wenn es kein DVD-Laufwerk hat, finde ich es doch super, das Dell die DVDs mitliefert und nicht nur eine Wiederherstellungskopie auf der Festplatte…)
Der erste Gedanke nach dem Auspacken war erstmal, WOW – ist das klein… und schick Das Cover ist in glänzendem Schwarz gehalten, das Top-Case innen ist silber und die Tastatur schwarz. Zur Tastatur selbst, laut Dell ist sie nur 8% kleiner als eine Standart-Tastatur, und alles in allem lässt sich nach kurzer Eingewöhnungzeit wunderbar darauf schreiben. Das Trackpad ist allerdings einer der Punkte, dir mir persönlich nicht so gut gefallen. Es hat keine seperaten Tasten, sonder die Tasten sind unter der Trackpad-Fläche angebracht. Also wenn man klicken will, muss sollte nur ein Finger auf dem Trackpad sein, nämlich der, der klickt… Allerding passiert es dabei gerne, das sich der Mauszeiger verschiebt oder der Curser quer über den Bildschirm springt, wenn gleichzeitig die Maus bewegt und mit dem Daumen klicken will.
Windows, JoliCloud oder Mac OS?!
Nach dem Einschalten wird man vom Windows XP Einrichtungsassistenten begrüßt, mit dem wir wohl alle schon so unsere Erfahrungen gemacht haben. Ich hab es zwar eingerichtet, aber nicht wirklich benutzt, da ja sowieso JoliCloud oder Mac OS drüber gebügelt werden sollte. Da ich JoliCloud schon vor ein paar Tagen auf einem USB-Stick “installiert” hatte, wurde als erstes das ganze getestet. Beim Booten (Achtung, entweder Standard-Boot-Reihenfolge ändern oder F12 drücken) vom USB-Stick lässt sich dann einfach auswählen, ob man erstmal ohne Installation starten und testen möchte oder direkt installieren. Das Starten von JoliCloud selbst geht recht schnell, anschließend wird man von einem Desktop begrüßt, und kann eine Netzwerk-Verbindung herstellen. Danach wird automatisch der Login zum integrierten Social-Network geladen und man kann weitere Anwendungen installieren. Viele davon sind Web-Apps, andere lassen sich lokal installieren und auch ohne Netzwerkverbindung benutzen. Was mich vor allem erstaunt hat, ist die Geschwindigkeit in der das alles funktioniert. Und vom Installieren und Deinstallieren erinnert das ganze schon fast an ein iPhone. Auch die UI ist auf “schick” getrimmt und fährt gut damit.
Auch wenn JoliCloud momentan noch eine Alpha ist, läuft das ganze System schon recht stabil und vor allem schnell. Zu einem späteren Zeitpunkt werd ich es mit Sicherheit wieder installieren, aber das eigentliche Thema war ja der Wunsch Mac OS darauf zu installieren.
Hackintosh
An dieser Stelle möchte ich auf das mydellmini.com-Forum verweisen. Dort gibt es sofort kompetente Hilfe bei Problemen und viele Anleitungen und How-Tos. Dort bin ich auch auf die Anleitungen gestoßen, die ich zur Installation verwendet habe. (Hauptsächlich die Anleitung von Machdrew und die “Fool Proof No Hassle Mini 10v Install” für die Lösung des Audio-Problems nach dem Aufwachen aus dem Sleep-Modus) Wie nach Anleitung hab ich von meiner Leopard-DVD ein Image auf meinen USB-Stick gespielt (hat allerdings um einiges länger gedauert, als in der Anleitung angegeben, statt 2 Stunden knappe 6 Stunden) und ihn mit NetbookBootMaker bearbeitet. Nach einem Neustart des Netbooks bootet es ohne Probleme vom USB-Stick und startet den Installations-Prozess von Leopard. Die Festplatte kann zwar anfangs nicht als Installationsziel ausgewählt werden, aber nachdem sie mit Disk-Utility formatiert wurde, klappt auch das ohne Probleme.
Warten… und warten… und warten… und so weiter![]()
Dann heißt es erstmal warten… Die Installation geht zwar mit ca 20 bis 30 Minuten schnell, aber warten muss man trotzdem Nachdem automatischen Neustart wird auch schon von der internen Festplatte gebootet und man wird ganz normal mit dem Einrichtungsassistenen von Mac OS begrüßt. Dort gibt man die entsprechenden Informationen ein, bis man zum ganz normalen Schreibtisch kommt. Jetzt sollte man als erstes das Combo-Update auf 10.5.8 installieren und neustarten. Dann geht es weiter, wie in der Anleitung beschrieben. Beim booten wird in den Single-User-Modus gewechselt und der Netbook-Installer ausgeführt.
Er ersetzt und installiert sowohl den Bootloader als auch die entsprechenden Kernel-Extensions für die Hardware. Nach einem weiteren Neustart sollte dann alles ganz normal funktionieren. Bei mir klappte darauf hin sowohl der Sound, als auch die Anzeige der Akku-Kapazität bzw des Ladevorgangs. WLAN und Bluetooth funktionierten bereits direkt nach der Standard-Installation. Auch die Webcam und das Mikro funktionieren ohne Probleme.
MacOS in klein…
Das bisher einzige Problem, das bei mir momentan auftritt ist der Sound nach dem Aufwachen aus dem Sleep-Modus. Danach funktioniert das Audio bis zum nächsten Neustart nicht mehr. Dafür gibt es allerdings schon Lösungen, ich hab mich nur noch nicht daran gemacht, die verschiedenen Tipps auszuprobieren. //UPDATE: Ich hab mich heute Nachmittag mal durch die verschiedenen Tipps und Anleitungen durchgearbeitet und eine gefunden, die für mich funktioniert hat. Den Link dazu gibt’s weiter oben
Ansonsten verhält sich der Mini10v wie ein ganz normaler Mac, die Installation von Updates via Apple-Software-Update funktioniert genauso, wie die Snychronisation via MobileMe. Auch die Leistung von Mac OS ist super, Spaces, Dashboard, Front Row, Time Machine und aufwendigere Keynote-Präsentationen laufen ohne Probleme…
Stomgenerator eingebaut?!
Aber am genialsten ist die Akkulaufzeit. Da ich das Modell mit dem 6-Zellen-Akku habe, zeigt mir Mac OS gerade an, das der Akku bei der aktuellen Benutzung (WLAN & Bluetooth an, Display niedrigste Helligkeit, Safari, Pages und Spotify offen, keine Prozessor-Drosselung) noch 5 Stunden und 23 Minuten hält.
Dazu sollte ich allerdings sagen, das ich schon seit 1 Stunde und 40 Minuten den Akku benutze. Somit ergibt sich eine ungefähre Laufzeit von 7 Stunden… Selbst wenn es etwas weniger werden, ist es doch immernoch WOW… Damit sollte es sich locker durch einen Schul-Vormittag kommen lassen…
//edit.start Mittwoch: Ich hab den Akku nochmals ganz aufgeladen und dann ganz normal im Batteriebetrieb weitergearbeitet, alles in allem hat der Akku 6 Stunden und 27 Minuten gehalten, bis es selbst in den Ruhezustand gegangen ist… Verwendet habe ich in dieser Zeit sowohl WLAN als auch einen UMTS-Stick, Pages, Safari, Tweetie und Spotify (gleichzeitig) Das Display war auf die niedrigste Helligkeitsstufe gestellt, Bluetooth war auch an. //edit.end
Also die nächsten paar Tage werd ich einfach mal weiter testen, ob weiterhin alles klappt und darüber bloggen
(Ach ja, und das ganze hab ich natürlich auch schon am Netbook geschrieben










2 Comments
Sag mal, warum sieht der Browser-Screenshot so apple-untypisch aus?
lach das ist ein Screenshot von JoliCloud
da kommt das Linux durch